EBEL-Meister für die Steinböcke

Nachdem sich die Cracks des SC Hohenems bereits seit Wochen im schweißtreibenden Sommertraining befinden, nimmt auch der Kader für die neue Saison in der Ö-Eishockey Liga immer weiter Formen an.

Dazu bekommt die HSC-Verteidigung mit dem 35-jährigen gebürtigen Slowenen und Eishockey-Österreicher David Slivnik eine hochkarätige Verstärkung. Zu den größten Erfolgen des Verteidigers zählt der Meistertitel in der EBEL mit Villach, der slowenische Meistertitel mit Jesenice sowie die beiden Titel (INL Meister und österreichischer Meister der AHL) mit dem EHC Lustenau. Slivnik spielte in der vergangenen Saison noch für die Sticker in der AHL und ist dabei stets als solider und aufopfernd kämpfender Verteidiger, der immer das Beste für seine Mannschaft gibt, bekannt.

Die Defensive der Steinböcke zählte in der vergangenen Saison zur Besten der Liga und so freut sich HSC-Coach Bernd Schmidle neben der Neuverpflichtung von David Slivnik auch weiterhin auf die Dienste von Stefan Spannring, Jürgen Fussenegger und Matthias Fussenegger zählen zu können. Die drei Routiniers bringen mit ihrer Erfahrung die nötige Ruhe in die Emser Defensive und sind auch im Spiel nach vorne sehr wertvoll.

Das Emser-Team wird nun auch wieder aufs Eis zurück kehren und sich auf die neue Saison in der ÖEL vorbereiten. Dazu konnte auch ein Testspiel schon fixiert werden – am 7. Oktober kommt es in Hohenems zum Ländle-Duell mit Liganeuling VEU Feldkirch.

Ländle-Derbys in der ÖEL

Während sich die Emser Hockeycracks bereits auf die neue Saison vorbereiten, konnten nun auch die Rahmenbedingungen für die zweite Spielzeit der Österreichischen Eishockey Liga präsentiert werden. Dabei wird es auch wieder zu Ländle-Derbys kommen. 

Ab Oktober startet die ÖEL in die neue Saison. Der Modus bleibt im zweiten Jahr unverändert. Geplant sind für den Grunddurchgang drei regionale Gruppen (Gruppe West, Gruppe Süd und Gruppe Nord-Ost) mit jeweils sechs Teams. In der Gruppe Nord-Ost ist man mit dem möglichen sechsten Team aktuell noch in der Detailabstimmung. Definitiv neu dabei ist die VEU Feldkirch in der Gruppe West. Nach dem Grunddurchgang wird in einem überregionalen Playoff um den Meistertitel gespielt.

Ö Eishockey Liga 2022/2023

Gruppe West
SC Hohenems
WSG Swarovski Wattens – Penguins
EHC Crocodiles Kundl
HC Kufstein
HC TIWAG Innsbruck – Die Haie
VEU Feldkirch

Gruppe Süd
1. EHC Althofen
USC Pirates Velden
ESC SoccerZone Steindorf Ossiacher See
EC LiWoDruck Hornets Spittal
EC iDM Wärmepumpen VSV
UECR Eisbären Huben in Osttirol

Gruppe Nord-Ost
Kapfenberger SV – Eishockeyclub
ATSE Graz – Sektion Eissport
UEHV RAUCH Technology Traunsee Sharks Gmunden
EV Zeltweg – Murtal Lions
Wiener Eislauf-Verein

Der Kapitän bleibt an Bord

Neben Pascal Kainz werden auch die Routiniers Johannes Hehle und Patric Scheffknecht weiterhin im Steinbock-Dress auflaufen.

Dabei steht für Kapitän Pascal Kainz ein Jubiläum an – der gebürtige Emser geht bereits in seine zehnte Saison in der Nibelungenstadt. Dabei hat der Stürmer die Grundlagen des Eishockeys bereits in Hohenems beim HSC gelernt und sammelte in Laufe seiner Karriere Erfahrung in Dornbirn und Lustenau, wo er es auf knapp 200 Einsätze in der Nationalliga bzw. International Liga brachte. Auf der Erfolgsstatistik von Kainz steht dazu auch die Teilnahme an der U20-Weltmeisterschaft in Kanada sowie zwei Meistertitel in der zweiten österreichischen Liga mit Dornbirn und Lustenau und zwei Meistertitel mit dem SC Hohenems in der Eliteliga.

In seine achte Saison beim SC Hohenems geht der gebürtige Feldkircher Johannes Hehle. „Johnny“ gehört dabei stets zu den Topscorern des Vereines und ist Dank seiner ganzen Erfahrung auch ein Führungsspieler im Team. Auch für die kommende Saison hat Hehle sein Visier wieder scharf gestellt und will die Emser Fans wieder mit seinen herrlichen Treffern begeistern.

Dazu kann HSC-Coach Bernd Schmidle auch in der kommenden Saison wieder auf die Erfahrung und Schlagkraft von Verteidiger Patric Scheffknecht zählen. Der gebürtige Dornbirner kam 2014 zum SC Hohenems und gehört seither zum unverzichtbaren Stamm des Teams. Neben seinen defensiven Qualitäten sind aber auch die Hämmer von der blauen Linie bei den gegnerischen Torhütern gefürchtet.

Nach der Saison ist vor der Saison

Während an diesem Wochenende der Meister in der Ö-Eishockey Liga ohne den SC Hohenems ermittelt wird, blicken die Verantwortlichen in der Nibelungenstadt nochmals auf die abgelaufene Spielzeit zurück und gleichzeitig positiv nach vorne.

Nach einem makellosen Grunddurchgang und einem souveränen Viertelfinale mussten sich die Cracks des HSC in der neuen Ö-Eishockey Liga im Halbfinale dem Kapfenberger SV in zwei Spielen geschlagen geben und verpassten somit das selbst gesteckte Ziel vom Finale bzw. Titel. „Die Enttäuschung ist bei uns natürlich sehr groß, da dies nach dem Grunddurchgang niemand gedacht oder erwartet hätte. Wir haben in den entscheidenden Phasen die Kleinigkeiten, auf die es angekommen wäre, nicht richtig gemacht und schafften es nicht das Play-off-Hockey aufs Eis zu bringen“, so HSC Coach Bernd Schmidle in einem ersten Resümee zum Ausscheiden. Auch dass die Vorrunde gegen die Tiroler Vereine zu „einfach“ lief, sieht Schmidle nicht: „Auch da gab es enge Partien, die wir aber dann doch für uns entscheiden konnten. Aber die Tiroler Vereine kennen wir seit Jahren, während es im Play-off schwieriger war, gegen unbekannte Gegner zu spielen“, so Schmidle.

Dies sieht auch HSC Sportvorstand Heimo Lindner so: „Es waren auch sehr viele knappe Spiele wie zum Beispiel gegen Wattens und Kufstein, dabei. Die Gründe für das vorzeitige Saisonende sind also nicht im Grunddurchgang zu suchen bzw. zu finden“, sieht der Ex-Profi die Problematik eher im Vorfeld des ersten Halbfinalspieles in der Steiermark. „Leider hatten wir vor dem ersten Spiel gegen Kapfenberg eine alles andere als gute Anreise bzw. Vorbereitung, welche sicher einen sehr großen Teil am Ausscheiden hat. Aufgrund des CHL Modus haben wir also mit einem schlechten Spiel, eine ganze Saison verloren. Dies gilt es zu akzeptieren, obwohl wir in der Summe aus beiden Spielen, sicher die bessere Mannschaft waren“, so Heimo Lindner.

Enttäuscht zeigte sich auch Präsident Michael Töchterle über das sportliche Ausscheiden, bedankt sich aber bei allen, die auch in der aktuellen Situation zum Verein gestanden sind und stehen. „Es gilt ein großes Dankeschön an alle Fans, Partnern, Sponsoren, Helfer, Trainer und Spieler – trotz der immens schwierigen Umstände rund um Corona durften wir auf deren großartige Unterstützung bauen, was gerade auch aufgrund der Tatsache, dass wir bei vielen Heimspielen ohne beziehungsweise nur mit einer beschränkten Zuschauerzahl spielen konnten, sehr wichtig war. Damit und auch aufgrund der Tatsache, dass wir in den letzten Jahren gut gearbeitet haben, werden wir auch wirtschaftlich mit einem blauen Auge davon kommen. Dazu auch ein großes Danke an alle Helfer und Vereinsmitglieder, die mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit einen großen Beitrag dazu geleistet haben“, beschließt der Emser Präsident die Saison.

Nach einer Detailanalyse der vergangenen Saison starteten bereits die Vorbereitungen zur kommenden Spielzeit. „Wir werden definitiv auch kommende Saison in der ÖEL antreten und alles geben um wieder vorne mit dabei zu sein. Ich hoffe, dass viele Spieler bei uns bleiben werden, ebenfalls werden wir versuchen die Mannschaft dementsprechend zu verstärken um mit voller Kraft und Energie in die neue Saison starten zu können“, gibt Sportchef Heimo Lindner einen Einblick. Auch Coach Bernd Schmidle wird dabei ein Thema sein. „Es wird in den nächsten Wochen Gespräche vom Verein mit Spielern und mir geben. Es hat Spaß gemacht mit dieser Mannschaft zu arbeiten, aber manche Punkte müssen verändert werden, damit ich weiterhin an der Bande stehen werde“, blickt der Emser Trainer nach vorne.

Kängurus beendeten Emser Titelträume

Trotz Überlegenheit auf dem Eis musste sich der SC Hohenems auch im zweiten Halb-Finalspiel gegen den Kapfenberger SV geschlagen geben.

Dabei sorgten über 900 Eishockeyfans im Stadion Herrenried für eine gebührende Kulisse und dementsprechend starteten auch die Cracks des HSC in das Spiel. Mit druckvollem und engagiertem Spiel übernahmen die Steinböcke gleich von der ersten Minute an das Kommando und setzten voll auf Offensive. Waren die Gäste aus der Steiermark in dieser Phase bemüht die Defensive zu ordnen, schossen die Emser Cracks KSV Keeper Zirngast warm. Doch der Känguru Schlussmann zeigte sich wieder in einer tollen Form und hielt seinem Team das 0:0. Auch eine Überzahlmöglichkeit konnte der HSC in weiterer Folge nicht nutzen und so gingen die Gäste mit der ersten echten Torchance in der 13. Minute durch Lukas Draschkowitz mit 1:0 in Führung. Der HSC aber auch in weiterer Folge das dominierende Team, vor dem Tor konnten die Hausherren ihre Chancen aber nicht umsetzen und so ging es mit dem 0:1 in die erste Pause.

Auch im Mittelabschnitt blieben die Gastgeber das spielbestimmende Team, wobei die Gäste aus Kapfenberg immer besser ins Spiel kamen. Die Kängurus versuchten dabei auch vermehrt den Spielaufbau der Emser zu stören, was teilweise auch gut gelang. Und auch nach vorne kamen die Mürztaler immer wieder gut vor HSC Keeper Matthias Fritz und erarbeiteten sich gute Möglichkeiten. Am Ende konnten aber beide Torhüter ihren Kasten im zweiten Drittel sauber halten und so ging es mit der knappen Führung für den KSV auch in die zweite Pause.

Im Schlussabschnitt war dann weiterhin alles offen und so blieb das Spiel spannend. Der HSC musste nun allerdings volles Risiko gehen und warf alles nach vorne. Gleich zu Beginn verpassten die Steinböcke dann allerdings in einem frühen Überzahlspiel die Chance, endlich in diesem Match anzuschreiben und so nutzten die Kängurus in der neunten Minute einen Scheibenverlust der Emser zum 2:0 durch Lukas Draschkowitz. Die Steinböcke zeigten aber weiterhin ihre Hörner und kämpften sich zurück – Martin Grabher-Meier erzielte in der 54. Minute aus kurzer Distanz den 1:2 Anschlusstreffer und wahrte die Mini-Chance. In den Schlussminuten allerdings noch einige unnötige Strafen und so schwächten sich die Emser selber. Kapfenberg nutzte diese Phase perfekt aus und sorgte noch für ein klares Endergebnis: Stefan Trost in der 58. Minute mit dem 3:1 und Florian Hoppl sorgte zur Freude der zahlreichen Steirer Fans in der Schlussminute für den 4:1 Endstand.

Mit einem Gesamtscore von 11:5 sicherten sich die Kapfenberger Kängurus somit den Aufstieg ins Finale der Ö-Eishockey Liga und treffen dort auf die Wattens Penguins. Für den SC Hohenems ist die Saison mit gerade Mal zwei Niederlagen frühzeitig zu Ende und damit verpassten die Steinböcke das selbstgesteckte Ziel vom Titel. „Kapfenberg hat heute klug gespielt, in der Verteidigung abgewartet und vorne die Chancen dann eiskalt ausgenutzt. Dazu hat der Steirer Keeper wieder eine Traumpartie gespielt und bei uns ist die Scheibe einfach nicht rein. Jetzt heißt es aber die Saison analysieren, abhaken und nach vorne schauen“, so HSC Coach Bernd Schmidle kurz nach dem Spiel mit einem ersten Resümee.

Ö-Eishockey Liga – 2. Halbfinalspiel
Tore: Grabher-Meier bzw. Draschkowitz (2), Trost, Hoppl;